Ein weiterer Spaziergang in den überschwemmten Wümmewiesen bei Borgfeld
 
04. März 2010
 
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  Weiße Gäste aus dem Hohen Norden
 
Es leuchtet weiß im Blau der weiten Überschwemmungslandschaft.
Schon auf große Entfernung sind ihre trompeten artigen Rufe oft zu hören.
Sing und Zwergschwäne sind aus dem hohen Norden Skandinaviens und Westsibiriens gekommen.
Sie überwintern in Regionen milderen Klimas, wie zum Beispiel in Norddeutschland, den Niederlanden und Großbritannien, da in den arktischen Brutgebieten Eis auf den Gewässern und viel Schnee den Zugang zu ausreichender Nahrung verhindern. In dieser Zeit stellen in Norddeutschland großflächig überflutete Auen ihre wichtigsten Rastplätze dar.
Sing und Zwergschwan sind vor allem an ihrem unterschiedlichen Gelbanteil im Schnabel zu unterscheiden:
Beim Zwergschwan ist die gelbe Fläche kleiner und gerundeter.
Im Gegensatz dazu hat der uns vertraute Höckerschwan einen orange schwarzen Schnabel, der zu dem mit einem Höcker besetzt ist.
Die nordischen Schwäne kommen ab Oktober in Norddeutschland an und bleiben bis ins zeitige Frühjahr, um dann wieder gen Norden zu ziehen. Während dieser Zeit halten sie in Familienverbänden zusammen und sind darüber hinaus meist in größeren Trupps zu beobachten, doch verhalten sie sich dem Menschen gegenüber sehr scheu.



  


 


Weiträumige Überschwemmungsflächen wie in der Wümmeniederung bei Bremen ziehen hunderte der nordischen Schwäne magisch an.
Tagsüber sieht man sie nach untergetauchten Gräsern oder Wasserpflanzen suchen. Doch gehen sie auch mit trockenen Füßen auf Nahrungssuche:
In vielen Bereichen der weiten offenen Grünland und Ackerlandschaften Norddeutschlands finden sie auch noch im Winter frisches Grün.
Bricht die Abenddämmerung herein, fliegen sie zum Übernachten ihre Schlafplätze inmitten flacher Wasserzonen an.
Diese gewähren ihnen Rundumsicht, was besseren Schutz vor Feinden bietet.
In den Flussniederungen Norddeutschlands bildeten sich früher ausgedehnte Überschwemmungslandschaften, die inzwischen weitgehend verschwunden sind.
Heute noch überflutete Auen wie an der Wümme sind von herausragender Bedeutung für nordische Schwäne und zahlreiche weitere Vogelarten wie Löffelund, Pfeifenten, Bless, Saat und Graugans sowie verschiedene Wattvogelarten.