Weiße Gäste aus dem Hohen Norden
Es leuchtet weiß im Blau der weiten Überschwemmungslandschaft.
Schon auf große Entfernung sind ihre trompeten artigen Rufe oft zu hören.
Sing und Zwergschwäne sind aus dem hohen Norden Skandinaviens und Westsibiriens gekommen.
Sie überwintern in Regionen milderen Klimas, wie zum Beispiel in
Norddeutschland, den Niederlanden und Großbritannien, da in den
arktischen Brutgebieten Eis auf den Gewässern und viel Schnee den
Zugang zu ausreichender Nahrung verhindern. In dieser Zeit stellen in
Norddeutschland großflächig überflutete Auen ihre
wichtigsten Rastplätze dar.
Sing und Zwergschwan sind vor allem an ihrem unterschiedlichen Gelbanteil im Schnabel zu unterscheiden:
Beim Zwergschwan ist die gelbe Fläche kleiner und gerundeter.
Im Gegensatz dazu hat der uns vertraute Höckerschwan einen
orange schwarzen Schnabel, der zu dem mit einem Höcker besetzt ist.
Die nordischen Schwäne kommen ab Oktober in Norddeutschland an und
bleiben bis ins zeitige Frühjahr, um dann wieder gen Norden zu
ziehen. Während dieser Zeit halten sie in Familienverbänden
zusammen und sind darüber hinaus meist in größeren
Trupps zu beobachten, doch verhalten sie sich dem Menschen
gegenüber sehr scheu.
Weiträumige
Überschwemmungsflächen wie in der Wümmeniederung bei
Bremen ziehen hunderte der nordischen Schwäne magisch an.
Tagsüber sieht man sie nach untergetauchten Gräsern oder
Wasserpflanzen suchen. Doch gehen sie auch mit trockenen
Füßen auf Nahrungssuche:
In vielen Bereichen der weiten offenen Grünland und
Ackerlandschaften Norddeutschlands finden sie auch noch im Winter
frisches Grün.
Bricht die Abenddämmerung herein, fliegen sie zum Übernachten ihre Schlafplätze inmitten flacher Wasserzonen an.
Diese gewähren ihnen Rundumsicht, was besseren Schutz vor Feinden bietet.
In den Flussniederungen Norddeutschlands bildeten sich früher
ausgedehnte Überschwemmungslandschaften, die inzwischen weitgehend
verschwunden sind.
Heute noch überflutete Auen wie an der Wümme sind von
herausragender Bedeutung für nordische Schwäne und zahlreiche
weitere Vogelarten wie Löffelund, Pfeifenten, Bless, Saat und
Graugans sowie verschiedene Wattvogelarten.